Familienklubs in Kürze

Hintergrund

In Deutschland gelten nach Schätzung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) 5 bis 7 Millionen Angehörige von Alkoholabhängigen als von der Abhängigkeit unmittelbar mit betroffen. Zusätzlich leiden viele Angehörige von drogen­- oder medikamentenabhängigen Personen oder von Menschen mit Substanzmiss­brauch an der Suchterkrankung, so dass mehr als 10 Millionen Menschen in Deutschland als mit betroffen gelten müssen. Die hohe Belastung dieser Menschen zeigt sich an erhöhten Raten stressbedingter Erkrankungen und psycho­sozialer Beeinträchtigungen.

Studien belegen deutlich, dass die Einbeziehung Angehöriger in die Behandlung von Abhängig­keitserkrankten zu einer Verbesserung der kurz­- und langfristigen Therapieerfolge führt. Jährlich werden nur etwa 10 % der Alkoholabhängigen durch das Suchthilfesystem erreicht, Angehörige sind weniger als 10 % der Nutzer des Suchthilfesystems.

Konzept

Eine bessere Einbindung der Angehörigen von Suchtkranken verspricht das aus dem damaligen Jugoslawien stammende Konzept der »Familienklubs« des kroatischen Psychiaters Vladimir Hudolin.

Das Konzept der Familien­klubs basiert auf einem systemischen Ansatz. Zumeist nehmen daran behandelte Abhängige mit ihren Familien teil, es besteht jedoch auch die Möglichkeit für betroffene Angehörige, (vorerst) ohne den Abhängigen/die Abhängige einen Familienklub zu besuchen. Entscheidend ist dabei die wechselseitige Unterstützung der teilnehmenden Klubmitglieder und die Gewähr­leistung einer Abstinenz des gesamten Familien­systems einschließlich der nichtsuchtkranken Angehörigen.

Die Gruppe wird begleitet von einem geschulten Klub-Assistenten/einer Klub-Assistentin. Deren Aufgabe ist die Förderung der Kommunikation der Klubmitglieder und der Hilfestellung bei schwierigen Gruppen­situationen sowie die Sicherung der Rahmen­bedingungen. Dabei wird Wert auf eine empathische, nicht bewertende Haltung gelegt.

Nächster Termin

Sponsor

Familienklubs werden gefördert durch

BARMER GEK